Schon als Dogs Out den Staub aufgewirbelt hatten, hätte jeder halbwegs vernünftige Mensch die Flucht ergreifen müssen. Aber Vernunft hatte an diesem Tag Hausverbot. Also kamen WüT aus Berlin auf die Bühne und traten den Rest gleich mit Sneakers in den Arsch.
Crustpunk. Metal-Punk. D-Beat, der marschiert wie eine Abrissbirne auf Amphetaminen. Der Opener „Mordfabrik“ war die Kriegserklärung, danach gab es kein Zurück mehr. Songs wie „Bodensatz“, „Pommes“ oder „Beerdigung“ prasselten auf die Menge nieder wie glühende Ziegelsteine aus einem brennenden Hochhaus. Dazwischen stampfende Midtempo-Walzen, wütende Vocals und diese herrliche DIY-Attitüde, die nach Schweiß, Bier und verbrannten Verstärkern riecht.
Elf Songs lang verwandelte sich das Pflaster vor der Bühne in einen ekstatischen Moshpit. Menschen krachten ineinander, fielen um, wurden wieder hochgezogen und grinsten dabei, als hätten sie gerade das Geheimnis des Universums entdeckt. Als mit „Antikörper“ eigentlich Schluss sein sollte, brüllte die Meute nach einer Zugabe. Natürlich bekam sie eine. Alles andere wäre Meuterei gewesen.
Am Ende blieben nur heisere Stimmen, schmerzende Knochen und das angenehme Gefühl, für einen Abend Teil eines völlig irrsinnigen Experiments gewesen zu sein: Was passiert, wenn man tausende Menschen, Bier, Skateboards und kompromisslosen Punk in einen Kessel wirft? Bergfest kennt die Antwort… 😘😎🤘