Man roch es schon vor der Tür der Baracke Münster – diesen süßlichen Dunst aus Bier, Schweiß und guter Absicht. Drinnen tobte das Desiree Festival, angezettelt von Urban Concerts Presents und den Charity-Buddys Rheine, ein Benefizabend für Desiree, die das Leben einst frontal gerammt hat und seitdem im Rollstuhl sitzt. Das Münsterland war angerückt wie zu einem heiligen Krieg – Menschen aus allen Himmelsrichtungen, geschniegelt, betrunken oder beides.
Dann kamen Death by Monkeys auf die Bühne, diese affigste Kapelle des Planeten, halb Wahnsinn, halb Präzisionswerkzeug. Keine falsche Pose, kein geschniegelt-es Rockstargehabe – nur deutschsprachige Eigenkompositionen, roh serviert wie ein Faustschlag im Treppenhaus. Der Sound: direkt, schmutzig, ungeschliffen und ehrlich genug, um einem die Zahnfüllungen zu lockern.
Sie eröffneten mit „Raue Zeiten“, was weniger ein Song als eine Warnung war. Die Menge verstand sofort. Köpfe nickten, Tanzbeine flogen, Bier schwappte über die Ränder des guten Geschmacks. Als dann „Drei Zimmerwohnung“ einsetzte, brach jede Restordnung zusammen. Der ganze Laden tanzte, als gäbe es morgen eine Steuerprüfung und heute die letzte Chance auf Erlösung.
Es war ein Auftakt, wie man ihn sich nicht kaufen kann: laut, verschworen, herrlich kaputt und genau richtig… 🥰💪🍻