Irgendwann nach Stunden voller Blastbeats, Bier und Temperaturen, die vermutlich gegen mehrere Arbeitsschutzgesetze in der Sputnikhalle Münster verstoßen hätten, erreichte Krach mit Bier Vol. IV seinen Endgegner.
Scalpture aus Bielefeld.
Eigentlich war der wahre Headliner des Abends bereits gefunden: das gesamte Line-up, die durchgeknallten Gäste und Antilles, die einmal mehr bewiesen haben, dass der Metal-Underground nicht tot ist, sondern lediglich laut, verschwitzt und permanent unterhopft. Aber Scalpture als letzte Band auf die Bühne zu schicken, war dennoch eine verdammt gute Idee.
Was dann folgte, war Death Metal in seiner schwersten Form. Kein unnötiger Schnickschnack. Keine peinlichen Spielereien. Nur tonnenschwere Riffs, Kriegsgeschichten und musikalischer Flächenbombardement.
Thorsten brüllte sich durch die Songs wie ein Feldkommandeur auf verlorenem Posten. Felix und Tobias warfen Gitarrenriffs in die Menge, die ganze Häuserblocks hätten einstürzen lassen können. Niklas am Bass sorgte dafür, dass selbst die Fundamente der Sputnikhalle nervös wurden, während Moritz hinter dem Schlagzeug die endgültige Kapitulation des Publikums erzwang.
Mit „The Fall“ begann die Offensive. Danach folgten Granaten wie „Hinterland“, „Through Hell“ und „Into the Catastrophe“. Die Presse vergleicht Scalpture gerne mit Bolt Thrower oder Asphyx, und spätestens an diesem Abend wurde klar, warum. Die Songs walzen nicht über einen hinweg – sie rollen wie ein Panzerverband durch die Magengrube.
Vor der Bühne gab es längst kein Halten mehr. Die Menge rastete komplett aus. Bier flog, Köpfe kreisten und die letzten Kraftreserven wurden in kollektives Headbangen investiert. Als mit „Frankreich“ schließlich der letzte Song des Abends erklang, sah die Halle aus wie das Schlachtfeld, von dem Scalpture in ihren Texten so gerne erzählen.
Ein geiler Gig. Ein geiles Festival. Und eine weitere Nacht, in der der Underground eindrucksvoll bewiesen hat, dass er lebendiger ist als vieles, was sich heutzutage Mainstream nennt… 😎🤘🍻