Jedes Festival braucht einen Opener. Das ist ein undankbarer Job. Die Leute stehen noch am Bierwagen, suchen ihre Freunde oder versuchen herauszufinden, warum sie eigentlich schon wieder bei einem Metal-Festival gelandet sind. Doch manchmal kommt eine Band auf die Bühne und macht innerhalb weniger Minuten klar, dass Ausreden heute nicht gelten.
Genau das passierte, als Fairytale Metal aus dem Ruhrpott Das Schloss Rockt Festival eröffneten.
Die Band gibt es bereits seit dem Jahr 2000, und diese Erfahrung hört man nicht nur – man spürt sie. Während andere Gruppen noch nach ihrem Stil suchen, haben FAIRYTALE längst verstanden, worauf es ankommt: schnörkelloser Heavy Metal, eingängige Hymnen, messerscharfe Riffs und eine gehörige Portion Humor.
Schon mit dem Opener „Army of Ghosts“ war klar, dass hier keine Aufwärmphase vorgesehen war. Die Band ging direkt in die Vollen und servierte dem Publikum ein ordentliches Metal-Brett, gewürzt mit genau der richtigen Menge Bay-Area-Riffing, um die Nackenmuskulatur der Anwesenden auf eine harte Probe zu stellen.
Vor dem Münsteraner Schloss wurde schnell klar, warum FAIRYTALE seit Jahren für ihre Live-Shows bekannt sind. Die Mischung aus Spielfreude, Publikumsnähe und kompromisslosem Metal funktionierte vom ersten Moment an. Bei „Voices From Inside“ wurden die Fäuste gereckt, bei „Battlefield“ die Kehlen geölt und spätestens bei „Witching Hour“ war aus einer entspannten Festivalwiese ein kleiner Kriegsschauplatz für Moshpit-Enthusiasten geworden.
Dabei nahmen sich die Musiker nie zu ernst. Zwischen den Songs blieb immer Raum für einen lockeren Spruch oder ein Grinsen in Richtung Publikum. Genau diese Mischung macht FAIRYTALE so sympathisch. Sie spielen Metal mit Leidenschaft, aber ohne Pathos. Laut, ehrlich und mit einer gehörigen Portion Spaß.
Als die Band schließlich mit ihrem Klassiker „Heavy Metal“ den Schlusspunkt setzte, war die Mission erfüllt. Die ersten Bierbecher waren geleert, die ersten Nackenmuskeln ruiniert und das Publikum endgültig in Festivalstimmung versetzt.
Besser kann man einen Abend vor dem Münsteraner Schloss kaum eröffnen.