Und dann, als der Staub sich kaum gelegt hatte und die Leber bereits im Verteidigungsmodus arbeitete, betraten Vogelmannaus Osnabrück die Bühne im Plan B – Kneipe – und plötzlich war klar: Das hier wird kein normaler Flug.
Vogelmann spielen keinen Rock. Sie sezieren ihn. Irgendwo zwischen Noise, Metal, Punk und systematisch konstruiertem Krach errichten sie Klanggebäude, die aussehen wie verlassene Industrieanlagen – scharfkantig, kalt, faszinierend. Unübliche Rhythmen stolpern absichtlich über die eigenen Füße, Taktarten wechseln so oft, dass man sich fragt, ob der Schlagzeuger heimlich gegen die Mathematik rebelliert.
Der Gesang? Minimalistisch. Punktgenau gesetzt. Kein Geschrei um des Schreiens willen. Eher wie Markierungen auf einer Landkarte, die dir sagen: Hier bist du gerade abgestürzt.
Das Publikum im Plan B – mittlerweile angenehm angeschlagen, aber hochkonzentriert – ließ sich bereitwillig in diese kontrollierte Klangexplosion ziehen. Keine Pose, kein Bullshit. Nur ehrliche Hingabe an den Lärm. Man nickte sich zu, hob die Flaschen, grinste dieses wissende Grinsen, das sagt: Genau deshalb stehen wir hier.
Gediegene Atmosphäre, gute Leute, kalte Getränke – und dazwischen dieser völlig entfesselte, aber zugleich präzise konstruierte Wahnsinn von Vogelmann.
Geiler Abend. Zwei Bands, kein Netz, kein doppelter Boden. Nur Schweiß, Lärm und dieses herrlich verstörende Gefühl, dass Musik immer noch gefährlich sein darf.. 😘😎🤘

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