Es war einer dieser Abende, an denen die Vernunft schon beim Einlass die Flucht ergreift. Draußen über 30 Grad, die Luft schwer wie nasse Betonplatten, drinnen die Sputnikhalle voller Menschen, die offenbar beschlossen hatten, sich mit kaltem Bier und maximaler Lautstärke gegen den Sommer zur Wehr zu setzen.
Die unglückliche Aufgabe, dieses Himmelfahrtskommando namens Krach mit Bier Vol. IV zu eröffnen, fiel Dekathexis zu. Eine Band, die Death Metal und Deathcore nicht spielt, sondern wie eine Abrissbirne durch den Raum schleudert. Ihr Debütalbum „Into Deep Shadows“ von 2025 lieferte den Großteil der Munition für diesen Angriff.
Mit „Shadows“ eröffneten sie die Schlacht und machten sofort klar, dass heute niemand langsam warm werden würde. Das Publikum war von Anfang an da, keine peinlichen Lücken vor der Bühne, keine schüchternen Biertrinker in den hinteren Reihen. Die Leute wollten Krach, und Dekathexis lieferte Krach.
Acht Songs lang wurde die Sputnikhalle fachgerecht bearbeitet. Breakdowns, Blastbeats und Riffs flogen durch die Halle wie lose Dachziegel im Orkan. Der Schweiß tropfte von der Decke, das Bier floss in Strömen und irgendwo zwischen den ersten Nackenschmerzen und dem dritten Becher Gerstensaft wurde klar: Das hier war kein Opener. Das war eine Warnung an alles, was später noch auf die Bühne kommen sollte.
Mit „Bottomless“ endete der Set, und zurück blieb eine verschwitzte, grinsende Menschenmenge. Ein verdammt starker Auftakt für ein Festival, dessen Name einmal mehr als nüchterne Tatsachenbeschreibung verstanden werden sollte.
Krach? Reichlich.
Bier? Genug.
Dekathexis? Geiler Auftakt-Gig 

