Zu diesem Zeitpunkt war Krach mit Bier Vol. IV bereits weit jenseits aller vernünftigen Betriebsparameter. Die Temperatur hatte die Grenze zwischen Sommerabend und Kernschmelze überschritten, die ersten Bierleichen wurden gesichtet und die Sputnikhalle Münster vibrierte wie ein alter Dieselmotor kurz vor der Explosion.
Dann kamen Antilles.
Die Gastgeber des Wahnsinns. Die Männer, die sich dachten, es wäre eine ausgezeichnete Idee, mitten im Hochsommer drei brutale Death-Metal-Bands einzuladen und eine Halle voller Verrückter mit Bier zu versorgen. Und weil ihnen das offenbar noch nicht genug war, stellten sie sich als dritte Band auch noch selbst auf die Bühne.
Mit „Eternal Hunger“ begann der sieben Songs umfassende Feldzug. Danach folgten „Vengeance“, „Helkios“ und „Drowned Kingdom“, jeder Song ein weiterer Tritt gegen die letzten Überreste geistiger Stabilität. Alex prügelte die Drums wie ein Mann mit ungelösten Problemen, Conrad lieferte Gitarren und Vocals aus der Hölle, Oskar schichtete weitere Riff-Gebirge darauf und Jan brüllte sich durch die Songs, als müsste er eine ganze Stadt vor dem Untergang warnen.
Spätestens als „Humanity Is Cancer“ den Abend für Antilles beschloss, war klar, warum diese Band in der Szene einen derart guten Ruf genießt. Sie organisieren nicht nur Festivals – sie leben diesen Underground-Geist mit jeder Faser ihres Daseins.
Und genau deshalb geht am Ende des Abends auch ein verdammt großes Dankeschön raus. An alle, die trotz brütender Hitze gekommen sind. An alle Bands, die die Bühne in Schutt und Asche gelegt haben. Und ganz besonders an Antilles, die die Underground-Flagge weiterhin hochhalten und solche Veranstaltungen überhaupt möglich machen.
Persönlich bedanke ich mich außerdem für das ausgezeichnete Fotografenbier. Jenes magische Elixier, das dafür sorgt, dass die Kamera plötzlich klick-klack macht, die Bilder immer besser aussehen und die Erinnerungen am nächsten Morgen immer schlechter werden… 🥰😎🍻