Der ursprüngliche Plan war so harmlos wie naiv: Vier Bier, fünf Gramm Gras und eine Kamera im Heretic Warfare-Auto. Rein in Party.San Metal Open Air, ein paar Fotos von den Jungs machen, wieder raus. Niemand hätte verletzt werden sollen. Aber dann bekam Frau Jubelschuppen Wind von der Sache – und ab diesem Moment war der Teufel los.
Aus vier Bier wurden sechs Paletten
, das Auto war plötzlich mein eigenes, und die Vorstellung von „schnell wieder weg“ verpuffte in Rauch. Über das Gras hüllen wir besser den Mantel des Schweigens – sonst wird’s hier Beweismaterial.

Am Freitag, Punkt 15:20 Uhr, stiefelten sie dann auf die Bühne: Leo, Jan, Ingo und Lukas – vier Gestalten aus Münster, bewaffnet mit Gitarren, Bass und Schlagzeug, um sieben Songs über Liebe, Frieden und die Apokalypse in die Menge zu prügeln. Klassiker vom Debüt Hell on Earth mischten sich mit Frischfleisch vom neuen Longplayer Perpetual Fire.
Das letzte Mal in der Sputnikhalle waren’s vielleicht 200 Leute – diesmal das Sechsfache. Und die Menge tobte, als hätten sie alle gemeinsam den Weltuntergang gebucht. Heretic Warfare entfachte ein Trommelfeuer aus Death Metal, das direkt ins Nervensystem ging. Der Circle Pit glich einem Schlachtfeld, Menschen flogen wie Geschosse, und die Crowd Surfer ritten über Köpfe, als gäbe es kein Morgen.