Ahhh, Erhaltet den Hawerkamp Münster. Dieses jährliche Wunder der Münsteraner Nachtkultur, bei dem man einmal Eintritt bezahlt und anschließend die Realität bis zum Morgengrauen in sämtlichen Clubs und Hallen verlieren darf. Ein Festival wie eine Schnitzeljagd für Menschen mit schlechtem Urteilsvermögen und gutem Musikgeschmack.
In der Sputnikhalle Münster war die Sache dieses Jahr denkbar einfach. Nur eine Band stand auf dem Programm.
Mehr brauchte es auch nicht.
UWE Against The Machine aus Paderborn marschierten mit einer Besetzung auf die Bühne, die eher an eine mittlere Gewerkschaftsversammlung als an eine Rockband erinnerte. Über ein Dutzend Musiker bevölkerten die Bretter und lieferten eine Abrissbirne aus vier Jahrzehnten Pop-, Punk- und Rockgeschichte.
Was dann folgte, war weniger ein Konzert als vielmehr eine kollektive Zeitreise unter Einfluss von Bier und Nostalgie. Rage Against The Machine traf auf NOFX, die Beastie Boys schauten vorbei, die Toten Hosen ebenfalls, und gefühlt jede Band, die in den letzten vierzig Jahren einen Hit produziert hat, wurde an diesem Abend durch den UWE-Fleischwolf gedreht.
Die Sputnikhalle bebte. Menschen tanzten auf Theken, auf dem Boden und vermutlich auch auf einer höheren spirituellen Ebene. Kaum war ein Refrain angestimmt, wurde er von Hunderten Kehlen zurück auf die Bühne geschleudert. Stillstehen war keine Option.
Wer schon immer einmal wissen wollte, wie sich eine Mischung aus Dorffest, Punkrock-Konzert, Klassentreffen und kontrolliertem Wahnsinn anfühlt, der sollte UWE Against The Machine erleben. Und wer sich Me First And The Gimme Gimmes nicht leisten kann, bekommt hier einen mehr als würdigen Ersatz.
Bis zum nächsten Mal, ihr Irren. Until we see again 

