Final Rescue Attempt kamen nicht auf die Bühne – sie sind eingeschlagen wie ein frisch gezapfter Stromschlag ins Nervensystem. Vierter Live-Gig und trotzdem die Haltung von Leuten, die schon alles gesehen haben und beschlossen haben, es besser zu machen. Youth-Crew-Hardcore aus Münster, schnell, direkt, ohne diesen aufgeblasenen Szene-Zirkus – dafür mit einer fast schon unverschämten Portion Optimismus im Gepäck.
Take Control als Opener war weniger Song als Ansage: Hier wird nicht diskutiert, hier wird gemacht. Der Laden sofort wach, Puls oben, Nacken in Bewegung. Mittendrin dann Fuck This Attitude, Small Steps und Freedom of Choice – die Songs flankiert von kurzen, präzisen Ansagen, die mehr Wirkung hatten als mancher halbgare Polit-Talk außerhalb dieser vier Wände. Keine leeren Parolen, sondern klare Kante, serviert im Hochgeschwindigkeitsmodus.
Man merkt sofort: Das hier sind keine Anfänger. Leute, die schon bei Novotny TV oder den Baugebietboys ihre Sporen verdient haben und jetzt in neuer Konstellation auf Angriff schalten. Alles sitzt, alles greift ineinander, ohne steril zu wirken – eher wie ein gut geölter Motor kurz vorm Explodieren.
Mit The Shield als letztem Song wurde dann nochmal alles rausgehauen, was noch irgendwo im System steckte. Kein unnötiger Schnickschnack, kein falscher Abgang – einfach Schluss nach Vollgas.
Ein verdammt starker Auftritt dieser neuen Combo. Wenn das erst der Anfang ist, dann wird das noch richtig ungemütlich für alles, was sich in Münster „Hardcore“ nennt… 

